Kurzgeschichten

Dann musst du einmal auslassen

Lustige Geschichte Emily Chuck

Ich gebe zu: Als übergewichtige Mutti habe ich es nicht leicht. Wie auch? Die Kilos drücken auf die Organe. Aber davon spreche ich nicht. Wirklich schwer habe ich es mit meiner Tochter Frieda, die das eine oder andere Mal den Vogel abschießt.

Vor einigen Jahren – Frieda war gerade vier oder fünf – bekam sie von Opa Klaus und Oma Iris ein Aquarium geschenkt. „Wegen der schönen Fische und deren beruhigende Wirkung auf Kinder“ oder so einem Blödsinn.

Jetzt rate mal, wer die ganze Arbeit mit den schönen, beruhigenden Fischen hatte. Richtig! Nicht Frieda, sondern ich! Und mich beruhigten die Fische nicht im Geringsten.

Ich überlegte, Frieda zum nächsten Besuch bei Oma und Opa eine Trommel mitzugeben. Oder gleich ein ganzes Schlagzeug. Zur Beruhigung! Wozu sonst? …

Am Kauftag stellte Opa Klaus das Aquarium, die drei beruhigenden Fische, Sand, Steine, Filter und Futter in meinen Hausflur. Er begrüßte Frieda und rannte schnell wieder aus der Tür, aus Angst, ich hätte etwas gegen Fische. Das habe ich natürlich nicht! Ich liebe sie! Wenn sie in der Pfanne liegen. Ich böses Mädchen.

Von Weitem hörte ich Opa Klaus rufen: „Nur sechs von sieben Tagen füttern, und einen Tag auslassen. Sonst werden die Fische zu fett.“

Die Autotür knallte, und Opa Klaus fuhr mit quietschenden Reifen davon.

Die Zeit verging. Guppi, Glitschi und Felix, wie wir die schmierigen Gefährten nannten, schwammen elegant durch ihr Aquarium. Gelegentlich prallten sie mit ihren Dickschädeln gegen die Scheibe. Ich hatte diese so gut geputzt, dass die drei Flossen-Kumpel sie übersehen hatten. Nenn mich gemein: Ich fand das lustig …

Hole dir das KOSTENLOSE Mini-Buch

… Ich fütterte die drei beruhigenden Fische, wie angeordnet, sechs Tage lang, um dann einen Tag auszulassen. Gefolgt von sechs Tagen füttern und einem Tag auslassen. Und dann … du weißt schon.

Frieda tat in der Zeit dasselbe wie immer: hibbelig durch die Wohnung rennen oder sich im Sandkasten im Garten mit Dreck bewerfen. Gelegentlich aß sie ihn auch.

Von der beruhigenden Wirkung der Fische war sie allerdings nicht beeinflusst worden.

Nur eine Sache, die war bei ihr hängen geblieben:

Eines Tages stand ich dicke Mutti unter der Dusche. Frieda suchte für ein kleines Geschäftchen das Örtchen auf. Sie schaute mich an und meinte aus heiterem Himmel: „Dann musst du einmal auslassen.“

Sie zeigte auf meinen Bauch – und lachte…

Jetzt bist du dran

Ist dir so etwas auch schon mal passiert? Schreib doch mal einen Kommentar. Ich freue mich drauf. 😊

Weitere lustige Geschichten und mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.