Kurzgeschichten

Dann musst du einmal auslassen

Lustige Geschichte Emily Chuck

Ich gebe zu: Als übergewichtige Muddi habe ich es nicht immer leicht.

Wie auch? Die Kilos drücken auf die Organe. 😂

Aber davon spreche ich eigentlich gar nicht. Wirklich schwer habe ich es nämlich mit meiner Tochter Frieda, die das eine oder andere mal den Vogel abschießt.

Vor einigen Jahren – Frieda muss so vier oder fünf gewesen sein – bekam sie von Opa Klaus und Oma Iris ein Aquarium geschenkt.

„Wegen der schönen Fische und deren beruhigender Wirkung auf Kinder“ oder so einem Blödsinn.

Jetzt darfst du dreimal raten, wer die ganze Arbeit mit den schönen, beruhigenden Fischen hatte.

RICHTIG!

Nicht Frieda, sondern ICH!

Und ich verspürte nicht im geringsten eine beruhigende Wirkung, sondern eher die Tendenz, Frieda zum nächsten Besuch bei Oma und Opa eine Trommel mitzugeben … oder gleich ein ganzes Schlagzeug.

Zur Beruhigung natürlich! Was auch sonst? 🤪 …

Jedenfalls stellte Opa Klaus am Tag der Anschaffung das Aquarium, die drei beruhigenden Fische, Sand, Steine, Filter und Futter in meinen Hausflur, begrüßte Frieda und rannte recht schnell wieder aus der Tür, aus Angst, ich hätte etwas gegen Fische.

Das habe ich natürlich NICHT.

Ich mag sie, wenn sie in der Pfanne liegen. (Ich böses Mädchen, ich.)

Ich hörte ihn von Weitem nur noch rufen:

„Nur sechs von sieben Tagen füttern, und einen Tag auslassen. Sonst werden die Fische zu fett.“

Dann knallte die Autotür, und Opa Klaus fuhr mit quietschenden Reifen davon.

Die Zeit verging. Guppi, Glitschi und Felix schwammen in eleganten Bewegungen durch ihr Aquarium und prallten gelegentlich mit ihren Dickschädeln gegen die Scheibe, die ich scheinbar so gut geputzt hatte, dass die drei Flossen-Kumpel sie übersehen hatten.

Nenn mich gemein: Ich fand das lustig. 😁 …

Ich fütterte die drei beruhigenden Fische wie angeordnet sechs Tage lang, um dann einen Tag auszulassen. Gefolgt von sechs Tagen füttern und einem Tag auslassen. Und dann wieder … du weißt schon.

Frieda tat in der Zeit das, was sie immer tat: hibbelig durch die Wohnung rennen und sich im Sandkasten im Garten mit Dreck bewerfen. Gelegentlich aß sie ihn auch.

Von der beruhigenden Wirkung der wunderschönen Fische war sie allerdings nicht beeinflusst worden.

Nur eine Sache, die war bei ihr hängen geblieben:

Eines Tages, ich dicke Muddi stand unter der Dusche, während Frieda das Örtchen für ein kleines Geschäftchen aufsuchte, schaute sie mich plötzlich an und meinte aus heiterem Himmel:

„Dann musst du einmal auslassen.“

Sie zeigte auf meinen Bauch – und lachte.

Jetzt bist du dran

Ist dir so etwas auch schon mal passiert? Schreib doch mal einen Kommentar. Ich freue mich drauf. 😊

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