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Kann das weg oder kann das weg

Humorvolle Kurzgeschichten online lesen - Emily Chuck

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Kennst du den Spruch: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Neulich musste ich meine sturzbesoffene Tante Helga bei ihrer Freundin Annerose abholen. Dabei entdeckte ich einen Spruch, der im Nu mein Herz eroberte und der so gar nichts mit Kunst zu tun hatte: „Kann das weg oder kann das weg?“

Aber von vorn:

Vor einigen Tagen hätte ich mir gewünscht, mein Telefon würde klingeln und am anderen Ende wäre meine Tante Helga. Nicht, dass ich die alte Frau so sehr lieben würde. Ich kann sie nicht mal leiden. Eigentlich mag ich sie genauso wenig wie den ausgelutschten Kaugummi, der seit Wochen unter meinem Schuh festhängt. Bei Hitze macht der ein nervtötend schmatzendes Geräusch. Dennoch wäre mir ein Anruf deutlich lieber gewesen als das ohrenbetäubende Brüllen einer betrunkenen, mit Kotze beschmierten Alten. Tante Helgas Brüllen…

Humorvolle Kurzgeschichten

Die Corona-Regeln gaben vor, Abstand einzuhalten und sich am besten nicht mehr in geschlossenen Räumen zu treffen. Also beschlossen Tante Helga und ihre Freundin, die schnaufende Annerose, die über mir wohnt, sich ausnahmsweise einmal regelkonform zu betrinken. Mit selbstgebranntem Schnaps in Anneroses Garten-Abteil unter meinem Küchenfenster.

Eine Zeit lang beobachtete ich das Treiben, um sicherzustellen, dass sich beide an die Regeln hielten. Sie saßen einige Meter voneinander entfernt, weil laut Tante Helga „Anneroses fetter Arsch“ nicht mit auf die Bank gepasst hätte. Deshalb beschloss ich, mich wichtigeren Dingen zu widmen. Gras beim Wachsen zu beobachten beispielsweise. Oder Diskussionen mit meiner nervigen Mitbewohnerin Gabi darüber zu führen, warum Thunfisch „Thunfisch“ heißt und nicht „Sauerkohl“.

Zwei Stunden später war besagter Moment gekommen. Tante Helga brüllte mit aller Kraft, die sie im Knatter noch aufbringen konnte, so laut zu mir nach oben, dass ich die Fensterscheibe wimmern hörte. Ich erschrak heftig. Im gleichen Moment schämte ich mich, weil mir klar war, dass auch alle anderen Hausbewohner diesen Mist mitbekamen.

Im Eiltempo rannte ich die Treppe runter und sprintete in den Garten. Die alte Frau war mit der Bank umgekippt. Sie umklammerte einen kleinen, dreibeinigen Grill, den sie kurzerhand zur Kotzschüssel umfunktioniert hatte.

Paul wird begeistert sein, wenn er seinen Grill morgen abholt, dachte ich.

Sie war rotzevoll und konnte kaum noch geradeaus schauen. Ich richtete sie auf, platzierte sie auf der Bank und schnallte sie mit einer alten Hundeleine fest, um erstmal nach Annerose zu schauen.

Die hatte es in der Zwischenzeit tatsächlich bis nach oben in ihre Wohnung geschafft. Sie war allerdings ebenfalls mit dem Umarmen eines seltsam geschmückten Gegenstandes beschäftigt. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um ihr Klo. Sie hatte in ihrem „Ich-werde-in-dieser-beschissenen-Wohnung-alles-umhäkeln“-Wahn so sehr übertrieben, dass selbst die Klobrille „schieß-mich-tot“-bunt „umgarnt“ war. Und mit Kotze beschmiert.

Das war der Moment, in dem ich dachte: Kann das weg oder kann das weg? Ich hatte Angst zu erblinden.

Klasse. Besser konnte der Tag nicht laufen!…

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Ich verfrachtete Annerose – den Bulldozer – Heitmann in ihr ekliges Bett in ihrem noch ekligeren Schlafzimmer und rannte wieder in den Garten. Tante Helga hing noch immer auf der Bank fest. Inzwischen mit starker Rechtsneigung.

Klaus vom Nachbargrundstück fragte, ob er mir helfen könne, das Problem zu lösen. In Anbetracht der Tatsache, dass ich eine sturzbesoffene alte Frau in ihre zwei Häuser weiter befindliche Wohnung zu hieven hatte, nahm ich das Angebot gern an.

Doch anstatt tatkräftig zuzupacken und dabei gekonnt zu vermeiden, Tante Helgas prägnante Brust zu begrapschen, schmiss Klaus ein Pop-up-Zelt über den Zaun. Es baute sich im Flug von selbst auf und landete als fertige Konstruktion in Heitmanns Garten. Klaus faselte irgendwas von „Problem gelöst“ und verschwand wieder.

Ich überlegte für einen kurzen Moment, ob ich Tante Helga wirklich in einem Zelt übernachten lassen konnte. Schließlich war sie alt und gebrechlich. Aber wiederum war sie betrunken und übertrieben nervig. Abgesehen davon hatte sie mich mit ihrer Aktion vor allen Hausbewohnern blamiert. Ich konnte also definitiv … und das tat ich dann auch.

Am nächsten Morgen besuchte ich die Kittelschürzenträgerin im Garten. Ich kratzte an der Tür ihrer neuen Behausung, weil es mir schlichtweg nicht möglich war zu klopfen. Sie öffnete die Zelt-Tür, grinste mich an und berichtete von dem tollen Nachmittag, den sie und Annerose gestern gehabt hätten. Sie hätten was getrunken und glücklicherweise hätte Annerose auf der anderen Bank gesessen, des fetten Arsches wegen. Nur, wie sie in das Zelt gekommen sei und vor allem, wo Annerose abgeblieben sei – das wisse sie nicht.

Das Wesentliche hatte sie scheinbar nicht mehr mitbekommen. Und auch nicht, dass ihr Hintern ebenfalls nicht von graziler Form ist. Eher von gigantischer Größe.

Leider erzählte Tante Helga das alles nicht nur mir, sondern auch der gesamten Internet-Gemeinde. Wenn du Aufregung nicht gut verträgst, dann schau dir DIESES VIDEO besser nicht an.

Jetzt bist du dran

Ist dir so etwas auch schon mal passiert? Schreib doch mal einen Kommentar. Ich freue mich drauf. 😊

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