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Mach mal “Ei”

Lustige Geschichte für Erwachsene

Mach mal "Ei"

Am Wochenende war ich mit Gabi unterwegs, um ihr einen großen Traum zu erfüllen. Den Traum vom Ausritt mit einem Pferd.

Nun magst du vielleicht denken: Warum zur Hölle erfüllst du der Puppe, die dich permanent nervt und die dein Leben auf den Kopf stellt – und das nicht auf die positive Weise – einen Wunsch?

Das habe ich mich auch gefragt … und mir dann überlegt, dass ich mich einfach mal herzlich bedanken möchte – UND DAS NICHT AUF DIE POSITIVE WEISE – für den ganzen Mist, den Gabi hier verzapft. Aber das musste die Puppe ja nicht wissen.

Ich organisierte und plante und kreierte also fleißig vor mich hin, weihte meine Eltern ein und organisierte eine Fahrt durch halb Deutschland, da das Pferdchen, das ich favorisierte, bei meinen Eltern „wohnte“. Und das alles nur, um die Gummipuppe zu überraschen. Hach, wie ich mich auf ihr entsetztes Gesicht freute …

 

Schon während der Fahrt zum Ort des Geschehens gab es wieder Gezeter und Gemecker von der im Kindersitz sitzenden blonden, völlig überdrehten und geschmacklich fragwürdig gestylten Gabi:

„Wann sind wir endlich da?

Ich muss pinkeln.

Der Typ da an der Zapfsäule ist ja auch nicht gerade mit Schönheit gesegnet, dafür aber mit einer fetten Frau, das arme Schwein.

Emily, wieso bist DU eigentlich so fett?“

Und das waren nur die Sachen, die mir in schmerzvoller, weil ohrenknackender, Erinnerung bleiben sollten.

Endlich angekommen, war Gabi dann plötzlich furchtbar aufgeregt. Was sollte es nur sein, das ich für sie geplant hatte?

Ich gab ihr ein paar unnütze Tipps: „Es fängt mit P an und hört mit D auf.

Es atmet fürchterlichen Geruch aus.

Es steht gelegentlich einfach dumm rum, genau wie du. Aber es gibt wenigstens nicht zu jedem Scheiß seinen Senf und diverse Beleidigungen ab.

Dafür kackt es auf Straßen.“ …

Plötzlich blitzten Gabis Kugel-Augen auf wie die verrückten Augen eines Psychopathen und sie flippte völlig aus. Laut kreischend rannte sie im Kreis und brüllte:

„Juhu, wir gehen reiten. Juhu, wir gehen reiten. Auf einem großen Pfeheherd. Du hast mir ein Pferd gekauft, obwohl ich es gar nicht verdient habe.“

„Oh doch, und wie du das verdient hast!“, antwortete ich und grinste wie ein Breitmaulfrosch in mich hinein.

Dann gingen wir zur Koppel, wo der Klepper stand. Nun blitzten MEINE Augen auf wie die verrückten Augen eines Psychopathen, und ich verspürte Genugtuung. Endlich konnte ich mich für all den Mist rächen, den Gabi in den letzten Wochen fabriziert hatte:

„Juhu, du gehst jetzt reiten. Auf einem Schaukelpferd.“

Du hättest Gabis angepissten Blick sehen sollen, als sie den Holz-Klepper erblickte und als ich sie später bat, bei dem Pferd auch noch „Ei“ zu machen.

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