Pinterest

Spielplatz-Spaß

Coole Geschichten Emily Chuck Gabi

Coole Geschichten

Heute hatte ich einen Ausflug in den Park zu überstehen. Mit meiner in Kittelschürze und Jesuslatschen gehüllten Tante Helga … und mit Gabi. Das war nervig, sag‘ ich dir.

Links neben mir keifte meine alte durchgeknallte Tante alle an uns vorbeigehenden Lebewesen an. Sie wirkte wie ein Kampfhund auf Entzug. Und rechter Hand musste ich ausgeflipptes Gesinge und Getanze auf wackeligen Gummibeinchen ertragen. Ich kam mir vor wie bei einer Idioten-Parade, die geradewegs ins Irrenhaus führte. Oder direkt zur Schlachtbank. Beides war möglich.

Im Park angekommen, war Tante Helga sofort damit beschäftigt, die anwesenden Männer anzuvisieren und sich ihre üblichen Opfer auszusuchen: Männer um die 30 mit Sixpack…

Kleine Gute Nacht Geschichten zum Vorlesen

Zur Erinnerung: Tante Helga ist über 70! Das schert sie aber nicht im Geringsten. Sie pfeift und flirtet dennoch auf ihre ganz eigene, eklige Art.

Obwohl ich mich langsam an den senilen Balztanz gewöhnt habe, versuche ich zu vermeiden, neben Tante Helga herzulaufen. Meist gehe ich ein paar Meter vor oder hinter ihr, und gelegentlich verstecke ich mich auch hinter einem Baum.

An diesem Tag war es jedoch nicht Tante Helga, die mich in den Wahnsinn trieb, sondern meine gummierte Freundin Gabi. Sie hatte einen Spielplatz erspäht und fragte erstaunt, was das sei. Etwas Derartiges hatte es in Gummipupphausen scheinbar nicht gegeben.

Ich erklärte ihr, dass das ein Spielplatz für Kinder sei. Sie könnten dort toben, rutschen, sich mit Sand bewerfen oder sich gegenseitig mit ihren kleinen Schäufelchen die frechen Mäulchen polieren.

Beim letzten Besuch hatten Tante Helga und ich Wetten darauf abgeschlossen, wie lange der Typ im fetten Windelpaket sich gegen die Angriffe seiner Schwester auf den Beinen halten könnte.

Spoiler: zehn Sekunden. Sie verpasste ihm mit ihrer kleinen Schippe einen gemeinen Gong auf die Zwölf, und er ging zu Boden.

Ich würde jetzt gerne behaupten, dass ich mich nicht übelst darüber weggehauen habe. Kann ich aber nicht.

Gabi fand, der Spielplatz sei der perfekte Ort für Gummipüppchen wie sie. Da Diskussionen mit ihr in der Regel nichts bringen, ließ ich sie einfach machen. Ich setzte mich auf eine Bank, die ein paar Meter entfernt stand. Von hier aus konnte ich sowohl Gabi als auch Tante Helga gut beobachten.

Die erste faszinierende Erkenntnis an diesem Tag: Normalerweise werden Gabi und ich schief angeschaut, wenn wir unterwegs sind. Gabi, weil sie aus Gummi besteht und Glubschaugen hat, und ich … naja, weil ich eben mit einer Gummipuppe herumlaufe und mit ihr spreche. Den Kindern hier schien es aber egal zu sein, wer Gabi war. Wohl deshalb, weil auch sie seltsam waren. Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb der kleine Kalle-Heinz-Sebastian auf der Schaukel saß und seine Windel auf dem Kopf trug. Sein Hintern war übrigens nackt, und auch das schien hier niemanden zu interessieren. Erstaunt überblickte ich den Spielplatz, um zu schauen, ob hier ein Schild mit der Aufschrift „FKK“ stand. Dem war natürlich nicht so…

Hole dir jetzt das coole Mini-Buch KOSTENLOS

Witzige Kurzgeschichten

Tante Helga war noch immer damit beschäftigt, Männer zu stalken. Sie kniete auf dem Handtuch zweier Typen und sinnierte über Sex im Alter.

Gabi buddelte währenddessen erst im Sand, ehe sie über die Hängebrücke rannte. Sie quietschte wie ein kleines Kind und hatte mega viel Spaß. Als sie jedoch auf die Rutsche zusteuerte, war ich mir nicht sicher, ob das eine clevere Idee war. Wir hatten 35 Grad. Kalle-Heinz-Sebastians Vater, der neben mir auf der Bank saß, brachte plötzlich den berechtigten Einwand vor, dass die Gummihaut der Puppe und die Metallrutsche sich möglicherweise nicht vertragen würden. Ich zuckte mit den Schultern und flüsterte teilnahmslos: „Die Puppe will, was die Puppe will. Und niemand hätte je die Macht, sie davon abzubringen.“

Keine zwei Sekunden später hörten wir ein Geräusch, wie ich es sonst nur von einem Dampfbügeleisen kenne. Gabi schrie: „Aua, aua, heiß, heiß, scheiß, scheiß, ich schmelze.“

Ohne zu fragen, griff ich nach dem Wasserbecher des mir fremden Vaters und schlenderte zur Rutsche. Dort erblickte ich eine verschrumpelte Puppe und musste schlagartig grinsen. Doch als ich ihr gerade helfen wollte, packte Gabi ihren üblichen „Hilf-mir-gefälligst“-Kommando-Ton aus, dem jeglicher Respekt fehlte.

„Wie heißt das Zauberwort?“, wollte ich wissen.

„Schneller, Alte!“

„Wie bitte?“

„Jetzt mach, ich brenne.“

Gut, dachte ich. Ich mach. Und kippte den Inhalt des Wasserbechers auf die Rutsche. Da war es wieder, das Dampfgeräusch. Und es stank nach verbrannten Autoreifen. Gabi glitt – gaaanz langsam – die Rutsche hinab und stieg ab.

Plötzlich fing der Vater an, laut zu lachen, zu applaudieren und nach einer Zugabe zu verlangen. Gabi drehte sich zu ihm um, wurde feuerrot im Gesicht, hob den Mittelfinger ihrer linken Hand und meinte mit zusammengepressten Lippen: „A-l-t-e-r.“ Sie schaute mich an und flüsterte mit der Stimme einer Psychopathin: „Wenn wir beim nächsten Mal hier sind, mach‘ ich Kalle-Heino-Spastian fertig.“

Während ich noch immer schmunzelte, hörte ich aus einer anderen Ecke des Parks plötzlich einen Mann brüllen: „What the fuck? Wem gehört denn diese gestörte Alte hier?“

Er zeigte auf Tante Helga, die mit einer halb aufgeknöpften Kittelschürze vor ihm stand und gerade dabei war, ihren Bikini freizulegen. Modell 1845.

Gabi schaute mich an und fragte erstaunt: „Ist das nicht unsere Alte?“

„Nöhö!“, antwortete ich, schnappte mir Gabis labbrigen Arm, hob sie daran hoch und schlenderte so unauffällig wie möglich mit ihr davon.

Jetzt bist du dran

Ist dir so etwas auch schon mal passiert? Schreib doch mal einen Kommentar. Ich freue mich drauf. 😊

Lustige Kurzgeschichten

Weitere lustige Geschichten und mehr

Coole Geschichten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.