Kurzgeschichten

Talentlose Zeiten stehen mir bevor

Emily Chuck lustige Kurzgeschichte

* Unbezahlte Markennennung *

Es gibt ja diese Menschen, die allerhand Talente haben. Die können gut malen, gut singen, gut tanzen, gut aussehen, gut reden. Einfach alles können die irgendwie gut. Und dann gibt es mich. Ich kann … gut schreiben und … nichts weiter im Prinzip. Okay, ich bin gut erzogen, nett und freundlich, aber das sind keine Talente. Eher anerzogene Ticks. 😂

Jedenfalls schlägt meine Talentfreiheit in diversen Alltagssituationen voll zu. So richtig. Kawummms!

Es gibt da eine Sache, die ich überhaupt nicht kann. Okay, eigentlich gibt es noch einige mehr. Aber diese eine Sache kann ich besonders gut überhaupt nicht. So richtig. Auf hohem Niveau sozusagen. Möchtest du wissen, was ich meine?

Okay. Aber es ist mir wirklich seeeehr unangenehm, dir dieses Geheimnis zu verraten. Ehrlich gesagt, laufe ich vor Scham gerade rot an. Wie eine holländische Tomate. Von oben bis unten.

Ich kann – verdammt nochmal – nicht tanken!

Ja, richtig gehört. Ich kann’s nicht …

Also ich weiß schon, wo an meinem kleinen Corsa der Tankdeckel ist. Ich weiß auch, wie man den aufschraubt und welchen Sprit ich tanken muss. Aber in dem Moment, wenn ich die Zapfpistole in die Hand nehme passiert exakt … nicht mehr viel. Ich kann zwar die Zapfpistole in das Tankloch hineinschieben. Immerhin. Und ich kann auch diesen komischen Hebel betätigen, damit der Sprit in die Karre sickert. Aber ich weiß ja auch, dass es Leute gibt, die diesen blöden Hebel fixieren und dann läuft die Suppe allein rein.

Ich jedoch mache jedes Mal ein ausgiebiges Handtraining, bist die 50 Liter vollständig in den Tank geschwappt sind. Sekunden später schwitze ich vor Anstrengung extrem und einen Tag später habe ich Muskelkater in der rechten Hand. Im Ernst. Ich kann diesen dummen Hebel nicht fixieren. Und ich hab’ schon so manches Mal verzweifelt auf ihn eingequatscht. Offensichtlich taten ihm davon die (nicht vorhandenen) Ohren weh. Er bestrafte mich augenblicklich, indem er meine Finger einklemmte beim Versuch, ihn einrasten zu lassen.

Seitdem hab’ ich es auch nicht nochmal versucht. Ich kann’s einfach nicht. Und ich fühlte mich ein bisschen … dämlich. Eigentlich sogar sehr dämlich.

Dann aber – und es war für mich eine kleine Sensation – war ich neulich tanken. Beziehungsweise hat mein Freund getankt und ich blieb im Auto sitzen. Er weiß, wie das Ding fixiert wird. Ich nicht. Die Aufgabenverteilung schien also klar …

Vor uns an der anderen Zapfsäule stand ein ziemlich großes Auto. Eine kleine Frau stieg aus. Sie stolzierte zielstrebig zur Zapfsäule, nahm den Schlauch in die Hand, fummelte ihn in die Öffnung und es passierte … nichts. Sie schaute ziemlich verzweifelt, drückte dann den Hebel und hielt ihn. Und sie schaute dabei genauso „begeistert“, unentspannt und sich ein bisschen dumm vorkommend aus, wie ich es immer tue.

Ich merkte sofort: Die hat keinen blassen Dunst, wie der scheiß Hebel fixiert wird! Ein bisschen freute es mich, dass ich mit meiner Talentfreiheit in diesem Punkt nicht alleine bin.

Ihr Freund stieg aus und versuchte, ihr die Technik zu erklären. Er hat das wirklich toll gemacht. So wie mein Freund, wenn er mir selbst beim hundertsten Mal noch mit Engelsgeduld erklärt, wie das funktioniert. Ich lächle dann und denke: „Error.“

Sie dachte scheinbar das gleiche, gestikulierte wild mit den Händen und setzte sich ins Auto. Ihr Freund spannte den Hebel ein und ließ den Tank volllaufen.

Hach, wie einfach das doch aussieht.

Jetzt bist du dran

Gibt es eine Sache, die du überhaupt nicht kannst? Schreib es mir doch gern in die Kommentare. 😊

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