Tante Helga hat Hunger macht böse

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Tante Helga hat “Hunger macht böse”

Hach, was hab‘ ich heute gute Laune. Warum? Ich war mit Tante Helga beim Arzt. Keine Sorge: Das ist es nicht, was mich zum Strahlen bringt. Ich wünsche ihr nichts Böses!

Tante Helga hatte gestern eine Gallenkolik vom Allerfeinsten. In Anbetracht der fettigen, zuckrigen und ekligen Dinge, die sie sich permanent reinpfeift, war das irgendwie zu erwarten. Da es in ihrem Bauch auch heute noch schmerzte, schnappte ich sie mir, und wir trabten ab zum Doc.

Nachdem sie neulich beim letzten Arztbesuch eine wirklich, wirklich peinliche Nummer abgezogen hatte, betete ich inständig, dass mir eine derartige Blamage heute erspart bleiben würde.

Ich saß im Wartezimmer und las gemütlich ein Buch, während Tante Helga sich vom Doc durchchecken ließ. Der Arme.

Einige Minuten später stampfte sie mir, aus dem Sprechzimmer kommend, wütend entgegen. Das war lustig, sag‘ ich dir. Es fehlte nur noch, dass ihr Kopf anfing zu qualmen.

Auf dem Heimweg fragte ich die noch immer völlig fassungslose alte Frau, was los gewesen sei. Und sie antwortete echt angepisst: „Der Arzt hat einen Ultraschall gemacht, um sich meine Leber anzusehen.“

Die Sekunden vergingen, und innerlich hörte ich die Melodie von Jeopardy. „Ja, und? Kommt da noch was?“

„Er fummelte mit dem scheiß Ultraschall-Ding rum und meinte, er würde nichts finden, weil ich zu viel Mensch sei. Und bei uns gewaltig Dicken sei das immer so ein Problem mit dem Ultraschall.“

Ich brach in schallendes Gelächter aus. Du hättest ihr Gesicht sehen sollen! Als wäre sie über eine Leiche gestolpert. Eine zerstückelte, nackte Leiche. Wirklich, ich konnte mich nicht mehr beruhigen. Selbst der Umstand, dass Tante Helga meinte, ich wäre ja genauso fett und dürfe darüber gar nicht lachen, brachte mich nicht zum Schweigen.

Eine Weile später – ich hatte mir inzwischen beinahe in die Hose gepinkelt vor Lachen – schlug ich ihr vor, sie könne doch ein paar Kilo abnehmen. Das würde ihr nicht schaden.

„Abnehmen? Ich? Aber dann habe ich permanent Hunger! Und was macht Hunger? Hunger macht böse!“

Und wenn du hungrig bist, würdest du auch Katzenbabys essen, dachte ich.

Zu Hause angekommen, erzählte ich meiner gummierten Mitbewohnerin Gabi von der „Zu-viel-Mensch“-Sache. Sie bekam sich ebenso wenig ein vor Lachen, wie es mir vor ein paar Minuten gelungen war. Nachdem sie sich beruhigt hatte, meinte sie, sie könne der alten Frau bei ihrer Diät behilflich sein und ihr ein paar leckere Rezepte zusammenstellen.

„Oh ja“, sagte ich. „Ich bin sicher, Tante Helga fährt voll ab auf Thunfisch mit selbst gemachter, nach Blumenerde schmeckender Schokolade.“ Bäääh!

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