Kurzgeschichten

Verdammter Spekulatius

lustige Geschichte zu Weihnachten Spekulatius

Neulich nachts bin ich wegen eines echt verrückten Traumes schweißgebadet aufgewacht.

Was war passiert?

Ich träumte, dass ich durch eine enge Gasse ging, in der außer mir keine Menschenseele war. Es war noch warm, die Sonne schien. An einer der Hausmauern stand in riesigen pinkfarbenen Buchstaben geschrieben: „Ab morgen, den 15. August, wieder Lebkuchen und Spekulatius im Angebot.“

Ich erschrak. Schon wieder August! Schon wieder Weihnachtsleckereien in den Supermarktregalen. Ich muss Weihnachtsgeschenke kaufen! Und Lebkuchen! Aber ich will nicht!

Aus einem Lautsprecher, der an einem der Häuser angebracht war, klang diese angsteinflößende Messerstechermusik, wie ich sie bisher nur in Psychofilmchen gehört hatte. Die Lage war ernst! Das erkannte ich sofort. Das Herz rutschte mir in die Hose.

Panisch drehte ich mich um, denn ich hatte große Angst, verfolgt zu werden. Hilfe!

Tatsächlich war ich nicht mehr allein in der Gasse. Ich wurde verfolgt von einem Fahrrad fahrenden Spekulatius. Er fuchtelte wild mit dem rechten Arm – einem Gebilde aus Zartbitterschokolade – und zeigte mit mahnendem Blick auf die große Schrift an der Hauswand. Mit der anderen Hand, die aussah, als hätte schon jemand davon abgebissen, versuchte er, das Rad im Gleichgewicht zu halten. Dann riss der Psycho-Spekulatius die Augen weit auf und faselte mehrfach langsam und leise: „Kaufe den Lebkuchen. Kaufe die Vanillekipferl. Kaufe den Glühwein. Kaufe den Lebkuchen. Kaufe die Vanillekipferl. Kaufe den Glühwein. …“

Als der Spekulatius kurz davor war, mir von hinten in die Beine zu fahren, wachte ich klitschnass auf. Zum Glück! War das ein Schreck gewesen!

Am Tag zuvor hatte ich mit meinem Kind im Supermarkt darüber diskutiert, dass wir Lebkuchen an Weihnachten und ganz sicher nicht schon im August kaufen würden.

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