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Warum ich Tante Helga für ein weiteres Jahr an der Backe habe

Lustige Gutenachtgeschichte für Erwachsene

Kannst du dich noch daran erinnern, als ich dir total genervt davon berichtete, wie mich Tante Helga in den Wahnsinn treibt, und dass ich mich nun ein Jahr lang um sie kümmern muss? Ob ich will oder nicht? Wobei die Tendenz zu „oder nicht“ deutlich stärker ist, denn Tante Helga ist echt ätzend, anstrengend und teilweise furchtbar grausam.

Und kannst du dir deshalb auch vorstellen, wie es sich anfühlt, dass ich Tante Helga nun ein weiteres Jahr an der Backe habe?

Warum?

Nun ja, wir veranstalten ja unser jährliches Schrottwichteln, bei dem der Hauptpreis „Tante Helga“ lautet. Du findest, dass das grausam klingt? Das ist es auch. Für denjenigen, der Tante Helga für 365 laaaaange Tage „erbt“. 🙄

Doch nun hat es der Corona-Gott – dieser Arsch – …

tatsächlich so gewollt, dass die alljährliche Gartenparty, bei der wir das Schrottwichteln zelebrieren, in diesem Jahr ausfällt. Da waren wir uns alle ziemlich schnell einig. Das Risiko läge gerade für die zahlreichen älteren Partygäste einfach zu hoch. Zwar schreit keiner laut „hier“, wenn es darum geht, die ganze runzlige Rollator-Gang vor ihren Haustüren einzusammeln. Wir können auch gut auf Weisheiten von Onkel Ernst, Gemaule von Tante Helga und Sex-Geprahle von Herrn Doof (frag nicht!) verzichten. Aber nicht auszudenken, wie viele Tränen (der Trauer oder der Freude) fließen würden, wenn sie nicht mehr wären. Da verzichten wir lieber in diesem Jahr darauf und erholen uns schon mal großzügig, um das Übel im nächsten Jahr geistig und körperlich fit zu überstehen.

Wobei wir uns jedoch nicht einig waren, war die Tante-Helga-Problematik. Naja, zumindest war ICH mir nicht einig. Die anderen scheinbar schon. Was für ein Desaster!

Kurzerhand hatten wir vor einigen Tagen eine Zoom-Konferenz abgehalten, um alle wichtigen Chucks an den Tisch zu bekommen. Oder ins Bett, auf die Couch, in den Pool, in die Kneipe um die Ecke, auf den Balkon oder in den Puff. Herr Doof hat es da eindeutig übertrieben bei der Auswahl des passenden Örtchens für unser Meeting.

Die alles entscheidende Frage, auf die sich alle gemäß der jährlichen „SWB“ – Schrottwichtelbedingungen – vorzubereiten hatten, lautete: „Wohin zum Geier mit Tante Helga?“. Das war im Übrigen auch der Grund, weshalb DIE zu unserem Meeting nicht eingeladen wurde. Höchstens als Gesprächsgegenstand. Als ungeliebter Gesprächsgegenstand! …

Noch bevor ich das Wort ergreifen konnte, fand Onkel Ernst, dass Tante Helga bei mir doch sehr gut aufgehoben sei und deshalb noch ein weiteres Jahr in meinem Besitz bleiben könne.

Als würde ich sie besitzen wollen. Ich will sie ja nicht mal kennen. 😂

Wobei ich an dieser Stelle erwähnen möchte, dass Tante Helga zwar eine schreckliche Alte ist, das Zusammensein aber durchaus allerhand amüsante Momente bietet. Und peinliche. Definitiv viel zu viele peinliche! Und auch diese klassischen Augenroll-Momente, in denen ich am liebsten in ein Erdloch kriechen und dort in sicherem Abstand zu allen anderen Menschen explodieren möchte.

Tante Helga hat – entschuldige, wenn ich das jetzt so sage – den Schuss nicht gehört: im positiven wie im negativen Sinne.

Ich legte daher ein klares Veto ein.

Du darfst erraten, wie das Meeting ausgegangen ist.

Tante Helga zeckt sich nun ein weiteres Jahr bei mir ein und verlangt, dass ich ihr jeden Gefallen tue, und sei er noch so Scheiße. Schließlich wohne sie ja auch schon in meiner Nachbarschaft, da wäre es ja nicht zu viel verlangt, wenn ich das noch ein weiteres Jahr über mich ergehen ließe. Es stand 38 zu 1 für die buckelige Verwandtschaft, wobei ich mich wie 0 fühlte. Oder wie eine minus 1.000. 🙁

Dass ich dann im nächsten Jahr aus der Verlosung herausfalle, um den Zonk nicht noch einmal zu ziehen, beruhigt mich nicht wirklich. Schließlich habe ich dann auch keinerlei Chance auf alte, verkohlte Toaster, defekte Luftmatratzen, getragene Unterhosen von Herrn Doof oder angelutschte Bonbons von … keine Ahnung, welcher Idiot die in die Lostüte geschmuggelt hatte. Schade!

Das Schicksal hat mich hart gebeutelt.

Dennoch muss ich zugeben, dass es auch jede Menge Positives hat, Tante Helga ein weiteres Jahr an der Backe zu haben. Das bietet sooooo viel Material für weitere Geschichten, auf die du dich jetzt schon freuen kannst. 😉

Jetzt bist du dran

Gibt es in deiner Familie auch eine Tante Helga? Schreib doch mal einen Kommentar. Ich freue mich drauf. 😊

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