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Woher kommt denn das Aua an meinem Kopf?

Lustige Kurzgeschichte für Erwachsene

Ich liebe meine Familie. Denn ich kenne kaum eine andere Familie, die einen so erheblichen Dachschaden hat wie meine. Onkel Ernst, Tante Helga, Onkel Ernsts fetter Kater Chuck Chuck, meine Tochter Frieda, Gabi: Alle haben sie gepflegt einen an der Klatsche. Einfach faszinierend. Und lustig. Definitiv seeehr lustig!

Einmal im Jahr treffen wir uns, um eine richtig große Party zu schmeißen. Eine Gartenparty. Es kommen viele Verwandte, Freunde, Nachbarn und Bekannte. Und jedes Jahr aufs Neue ist richtig was los.

Genau bei dieser Gartenparty veranstalten wir auch das allsommerliche Schrottwichteln, bei dem ich im letzten Jahr die Arschkarte gezogen hatte: in Form von Tante Helga

Obwohl Corona uns in diesem Jahr einen gehörigen Strich durch die Rechnung – oder vielmehr durch Bierbänke und Bartische – gemacht hatte, hatte ich beschlossen, mich davon nicht in die Irre treiben zu lassen. Stattdessen möchte ich dir heute einmal kurz die Highlights der letzten Jahre zusammenfassen, damit du auf dem Laufenden bist, was die Macken meiner Sippschaft angeht…

… Im ersten Jahr – es muss vor fünf Jahren gewesen sein – grillten wir und feierten wie wild. So wild, dass ich auf die Idee kam, wir könnten Gurkenblätter rauchen. Das war natürlich nur ein dummer Scherz gewesen. Doch bis heute frage ich mich, wer das Gewächshaus tatsächlich geplündert und die Gurkenblätter entwendet hat. 😲

Ein Jahr später trieb uns mein Cousin Kevin beinahe in den Wahnsinn, als er in seinem Zweimannzelt, welches er nach einer anstrengenden Party alleine besetzt, und bis in die letzte Ecke ausgefüllt hatte, so laut schnarchte, dass die Nachbarn die Polizei alarmierten. Sie hielten den Krach für das Grunzen eines Wildschweines vor ihrem Schlafzimmerfenster.

Am darauffolgenden Morgen hatte Kevin nicht nur all unsere Nerven, sondern auch sein geräumiges Zelt vollends in Kleinteile zerlegt und sich darin verfangen. War das lustig, kann ich dir sagen. 😁

Vor drei Jahren sind wir um vier Uhr nachmittags mit einem Bollerwagen, extrem lauter Musik und Gegröle losgezogen, um alle Nachbarn einzusammeln. Fein säuberlich hatten wir uns hintereinander aufgestellt und waren zur Polonäse Blankenese durch die Siedlung gezogen. Alle in Unterwäsche! Auch Kevin und Tante Helga!

Vorletztes Jahr aßen wir alle Kohlebriketts, da Opa Klaus seinen neuen Grill zwar unbedingt vorführen wollte, aber keine Ahnung hatte, dass man auf einen Gasofen eben keine Grillkohle kippt. Und auch keinen Grillanzünder.

Und selbiger Opa hat im letzten Jahr vollends den Vogel abgeschossen. Einen echten Geier, sag ich dir. Was haben wir gelacht.

Ich muss dazu sagen, dass Opa Klaus bei der Gartenparty gelegentlich viel trinkt, und zwar kein Wasser, wie du dir sicherlich denken kannst. Also dauerte es nur wenige Stunden, bis er hackedicht mit einer Show begann, die uns auch in zwanzig Jahren noch vor Begeisterung und lauter Lachen zum Schwitzen bringen wird…

Anfangs fand er die Musik so toll, dass er auf den Tischen tanzte. Später fiel im plötzlich auf, dass er die Gartenfackeln noch nicht entzündet hatte. Das holte er dann auch kurzerhand nach. Mit einem Gasbrenner. Aus zwei Metern Entfernung. Er ließ den Gasbrenner direkt über den Köpfen der am Biertisch sitzenden Nachbarn entflammen.

Opa Klaus hatte an diesem Abend definitiv genug, sodass wir ihm empfahlen, ins Bett zu gehen. Geradewegs. Oder schwankend – auf seine Weise. Was halt so möglich war in seinem Zustand. 🤪

Nun muss ich dazu sagen, dass Opa Klaus einen Hund hat. Und diesen Hund hat er ganz doll lieb. So lieb, dass er sich den Platz im Keller an diesem Abend unbedingt mit Waldi teilen wollte. Während Waldi allerdings in seinem Körbchen lag, kniete Opa Klaus sich auf den kratzigen Teppich neben den Hundekorb. Und kippte um. Direkt auf den Kopf. Oder besser gesagt: auf die Stirn.

Jetzt weiß ich nicht, wie gut du in Physik aufgepasst hast, aber es entsteht Reibung, wenn ein dicker Schädel wie der von Opa Klaus erst auf den kratzigen Teppichboden klatscht und dann weiter nach vorne rutscht. Und Reibung erzeugt Wärme. Und Wärme erzeugt dann das, was am nächsten Morgen auf Opa Klaus’ Stirn prangte und ihm fürchterlich, fürchterlich weh tat: eine riesengroße Brandwunde.

Während Opa Klaus also am nächsten Morgen mit grimmiger Miene beim Frühstück saß und – wie ein Ninja-Meerschweinchen blickend – fragte, woher das Aua an seinem Kopf käme, taten wir in dieser Situation das, was wohl jeder getan hätte:

Wir machten ein Foto von seiner Stirn und hielten uns vor lauter Lachen gegenseitig die Bäuche.

Oh, wie sehr freue ich mich schon auf die nächste Gartenparty.

Jetzt bist du dran

Ist dir so etwas auch schon mal passiert? Schreib doch mal einen Kommentar. Ich freue mich drauf. 😊

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